Homematic IP: App-Update bringt Geofencing und Steuerung über Apple CarPlay und Android Auto

Neue Homematic-App

Mit einem umfangreichen Software-Update erweitert eQ-3 die Steuerungsmöglichkeiten seines Smart-Home-Systems Homematic IP. Die neue App-Version 3.9.13 unterstützt erstmals Geofencing sowie die Bedienung ausgewählter Funktionen über Apple CarPlay und Android Auto. Hinzu kommen Verbesserungen bei der Verwaltung von Administratorrechten und bei der Kamerasteuerung. Auch die Homematic IP Home Control Unit erhält neue Funktionen. Die Aktualisierung wird seit dem 27. Oktober 2026 schrittweise verteilt.

Geofencing steuert das Smart Home abhängig vom Standort

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Geofencing-Funktion. Damit können bestimmte Aktionen automatisch ausgelöst werden, sobald sich ein verbundenes Smartphone einem festgelegten Bereich nähert oder diesen verlässt. Das Smart Home reagiert somit auf die Anwesenheit beziehungsweise Abwesenheit seiner Bewohner, ohne dass diese jedes Mal eine Aktion manuell starten müssen.

Ein mögliches Einsatzszenario ist die Heizungssteuerung: Verlässt der letzte Bewohner das Haus, kann die Solltemperatur automatisch abgesenkt werden. Gleichzeitig lässt sich beispielsweise eine entsprechend ausgestattete Haustür verriegeln. Bei der Rückkehr können wiederum andere Automatisierungen ausgelöst werden.

Für die Einrichtung hat eQ-3 den neuen Homematic IP Assistant integriert. Er führt durch die Konfiguration und bietet zunächst zwei vorbereitete Anwendungsfälle: die standortabhängige Heizungsregelung und die Zutrittssteuerung. Darüber hinaus lassen sich eigene Automatisierungen erstellen, die auf den Standort eines oder mehrerer Smartphones reagieren.

Voraussetzung ist, dass die entsprechenden Standortberechtigungen auf dem Smartphone erteilt wurden. Wie zuverlässig die Automatisierung arbeitet, hängt unter anderem von der Standortbestimmung und den Einstellungen des Mobilgeräts ab.

Smart-Home-Steuerung jetzt auch über Apple CarPlay und Android Auto

Mit dem Update können Nutzer ausgewählte Homematic-IP-Funktionen erstmals direkt über das Infotainmentsystem ihres Autos bedienen. Unterstützt werden sowohl Apple CarPlay als auch Android Auto. Damit lassen sich bestimmte Smart-Home-Aktionen ausführen, ohne dafür die Smartphone-App aufrufen zu müssen.

Die Fahrzeugoberfläche bietet drei Registerkarten, die jeweils mit drei Aktionen belegt werden können. Insgesamt stehen damit bis zu neun individuell zugewiesene Aktionen zur Verfügung. Denkbar ist beispielsweise, ein entsprechend eingebundenes Garagentor zu öffnen oder zu schließen.

Auch der Sicherheitsstatus des Hauses kann auf dem Fahrzeugdisplay angezeigt werden. Darüber hinaus lassen sich wichtige Meldungen, darunter Einbruch- oder Gefahrenalarme, direkt im Auto darstellen. Welche Funktionen tatsächlich genutzt werden können, hängt von den im Haushalt installierten Homematic-IP-Komponenten und deren Konfiguration ab.

Die Bedienung über das Fahrzeugdisplay sollte grundsätzlich nur erfolgen, wenn die Verkehrssituation dies zulässt.

Administratorrechte lassen sich einfacher wiederherstellen

Eine weitere Änderung betrifft die Verwaltung der Zugriffsrechte. Bisher war zur Wiederherstellung von Administratorrechten unter anderem ein Wiederherstellungsschlüssel vorgesehen. Mit der neuen App-Version kommt eine zusätzliche Möglichkeit hinzu.

Ist ein Smartphone verloren gegangen oder defekt, können die Administratorrechte nun von einem bereits bestehenden Administrator übertragen werden. Dafür muss eine Administrator-PIN eingegeben werden. Der bisherige Administrator kann die Übertragung zudem verweigern.

Die neue Funktion soll die Wiederherstellung des Zugriffs vereinfachen, ohne die bestehenden Sicherheitsmechanismen vollständig zu umgehen. Voraussetzung ist allerdings, dass ein weiterer Administrator mit den entsprechenden Berechtigungen vorhanden ist.

Verbesserungen für die Homematic-IP-Sicherheitskameras

Auch bei den Sicherheitskameras ergänzt eQ-3 neue Funktionen. Nutzer können künftig individuelle Alarmbereiche festlegen. Damit lässt sich genauer bestimmen, in welchen Bildbereichen erkannte Bewegungen eine Meldung auslösen sollen.

Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn eine Kamera einen Hauseingang überwacht, gleichzeitig aber auch Bewegungen auf einem angrenzenden Gehweg erfasst. Durch die Begrenzung des überwachten Bereichs lassen sich unerwünschte Benachrichtigungen möglicherweise reduzieren.

Zusätzlich wird das Öffnen einer entsprechend eingebundenen Tür direkt aus der Kamera-Liveansicht unterstützt. Nutzer können somit zunächst das Kamerabild kontrollieren und anschließend die Türsteuerung auslösen, ohne zwischen verschiedenen Ansichten wechseln zu müssen.

Weitere bereits umgesetzte und geplante Verbesserungen dokumentiert der Hersteller in seiner Funktionsübersicht auf der Homematic-IP-Website.

Home Control Unit unterstützt Modbus und MQTT

Parallel zur Smartphone-App erhält auch die Homematic IP Home Control Unit ein Software-Update. Die neue Version 1.8.10 erweitert die Smart-Home-Zentrale um zusätzliche Integrationsmöglichkeiten.

Neu sind Plugins für die Kommunikationsstandards Modbus und MQTT. Beide Technologien werden häufig eingesetzt, um Geräte und Systeme unterschiedlicher Hersteller miteinander zu verbinden. Modbus kommt unter anderem in der Gebäude- und Energietechnik zum Einsatz, während MQTT besonders für den Austausch von Nachrichten zwischen vernetzten Geräten verbreitet ist.

Darüber hinaus können künftig auch Plugins von Partnerunternehmen auf der Home Control Unit installiert werden. Damit schafft eQ-3 zusätzliche Möglichkeiten, Homematic IP mit anderen technischen Systemen zu verknüpfen.

Welche Fremdgeräte sich konkret integrieren lassen und welche Funktionen unterstützt werden, hängt allerdings von den verfügbaren Plugins und deren jeweiliger Umsetzung ab.

Wann ist das Homematic-IP-Update verfügbar?

Die neue Homematic-IP-App in Version 3.9.13 wird seit dem 27. Oktober 2026 schrittweise für Nutzer bereitgestellt. Nach Angaben von eQ-3 soll die Verteilung innerhalb weniger Tage abgeschlossen sein. Die Aktualisierung der Home Control Unit auf Version 1.8.10 erfolgt parallel.

Die App selbst ist kostenlos. Ob alle neuen Funktionen im eigenen Smart Home genutzt werden können, hängt jedoch von der vorhandenen Hardware, den verbundenen Geräten und den jeweiligen Berechtigungen ab.

Mit Geofencing und der Integration in Apple CarPlay und Android Auto erweitert Homematic IP insbesondere die Möglichkeiten zur automatisierten und mobilen Steuerung. Die neuen Schnittstellen der Home Control Unit dürften vor allem für Nutzer interessant sein, die bereits mehrere Smart-Home- und Energiesysteme miteinander kombinieren möchten.

Häufige Fragen zum Homematic-IP-Update

Was ist Geofencing bei Homematic IP?

Geofencing ermöglicht es, Smart-Home-Aktionen abhängig vom Standort eines Smartphones auszulösen. Beispielsweise kann die Heizung automatisch heruntergeregelt werden, wenn der letzte Bewohner das Haus verlässt.

Kann ich Homematic IP jetzt über Apple CarPlay bedienen?

Ja. Mit der App-Version 3.9.13 werden Apple CarPlay und Android Auto unterstützt. Auf der Fahrzeugoberfläche lassen sich bis zu neun Aktionen hinterlegen.

Kann ich mit Homematic IP das Garagentor aus dem Auto öffnen?

Das ist möglich, sofern eine kompatible Garagentorsteuerung in das Homematic-IP-System eingebunden und die entsprechende Aktion eingerichtet wurde.

Was passiert, wenn das Smartphone mit Administratorrechten verloren geht?

Neben dem bisherigen Wiederherstellungsschlüssel können Administratorrechte jetzt von einem bestehenden Administrator übertragen werden. Dafür ist eine Administrator-PIN erforderlich.

Welche Neuerungen gibt es für die Home Control Unit?

Mit der Software-Version 1.8.10 werden Plugins für Modbus und MQTT sowie die Installation von Partner-Plugins unterstützt.

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  • Neue Homematic-App: Homematic