
Der Stromanbieter grüüün beendet sein bundesweites Angebot für Verbraucher zum 31. Oktober 2026. Das teilte das Unternehmen auf seiner Website mit. Bis maximal Ende Oktober will grüüün seine Kunden weiter mit Strom beliefern.
Kundinnen und Kunden können laut Mitteilung zu einem Anbieter ihrer Wahl wechseln. Als Alternative empfiehlt grüüün ein Sonderangebot des Versorgers Naturwerke. Wer bis zum Ende der Belieferung keinen neuen Vertrag abschließt, fällt nach Angaben des Unternehmens ab November in die örtliche Grundversorgung. Die konkreten Konditionen des Naturwerke-Angebots sind auf der Informationsseite von grüüün nicht aufgeführt.
Als Grund für den Schritt nennt grüüün veränderte politische und regulatorische Rahmenbedingungen. Das Unternehmen erklärt, dadurch seien geplante Grünstrommengen künftig nicht mehr verfügbar. Diese Einschätzung gibt die Begründung des Anbieters wieder.
Zum Zeitpunkt des Anbieterwechsels sollen Kunden per E-Mail einen personalisierten Link erhalten, über den sie ihren Zählerstand übermitteln können. Die Schlussrechnung will grüüün im November 2026 erstellen. Guthaben und zu viel gezahlte Abschläge sollen mit dieser Rechnung zurückerstattet werden. Offene Rechnungen bleiben laut Unternehmen weiterhin zu begleichen.
Die Mitteilung betrifft das bundesweite Stromangebot für Verbraucher. Ob weitere Geschäftsbereiche der Münch Energie GmbH & Co. KG davon betroffen sind, geht aus den veröffentlichten Informationen nicht hervor.
Was hinter den genannten Vorhaben steckt
- EEG-Novelle 2027: Die Bundesregierung will die Förderung erneuerbarer Energien stärker an Markt, Kosten und Netzbedarf ausrichten. Ziel ist unter anderem, den Zubau besser mit der Netzinfrastruktur abzustimmen. Der Gesetzentwurf befand sich im Oktober noch im parlamentarischen Verfahren. Bundesregierung: EEG-Novelle und Netzpaket
- Netzanschlusspaket: Der Entwurf soll den Netzanschluss neuer Anlagen stärker an verfügbare Kapazitäten koppeln. Im Bundestag wurde kritisiert, dass in als kapazitätslimitiert ausgewiesenen Netzgebieten Anschluss und Betrieb erneuerbarer Anlagen mit zusätzlichen Unsicherheiten verbunden sein könnten. Die Regierung begründet das Paket mit der besseren Abstimmung von Anlagen- und Netzausbau. Bundestag: Anhörung zum Netzanschlusspaket, BMWE: Netzanschlusspaket
Was sich belegen lässt – und was nicht
grüüün erklärt, die neuen Regeln machten eingeplante Grünstrommengen künftig unmöglich und entzögen dem Unternehmen die notwendige Planungssicherheit. Auf der Website fehlen jedoch konkrete Angaben dazu, welche Lieferverträge, Beschaffungsmengen oder Berechnungen das Unternehmen zu dieser Entscheidung geführt haben. Angaben von grüüün
Der Bundesrat hat zum EEG-Entwurf unter anderem fehlende Folgenabschätzungen und kurze Beteiligungsfristen kritisiert und Änderungen gefordert. Das bestätigt, dass die Auswirkungen der Reform umstritten sind; es belegt aber nicht, dass Grünstrom generell nicht mehr erzeugt oder geliefert werden kann. Bundestag: Stellungnahme des Bundesrates und Gegenäußerung der Bundesregierung
Auch Banken, die Windenergieprojekte finanzieren, warnten vor größeren Finanzierungsrisiken und forderten verlässlichere Rahmenbedingungen. Das stützt die Einschätzung, dass Teile der Branche Risiken für Investitionen sehen. Es belegt ebenfalls nicht direkt, dass diese Risiken das Geschäftsmodell von grüüün untragfähig machen. Bundesverband WindEnergie: Überblick zu Netzen und Stromsystem
Quelle: grüüün: Informationen zur Einstellung des Verbraucherangebots
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- grueueuen-teaserbild: Ki-generiert












