Komponenten einrichten

Nachdem die Konfiguration abgeschlossen ist, kann sich der Nutzer in das Online-Konfigurationssystem unter www.my.egardia.com einloggen und dort die notwendigen Einstellungen vornehmen. Wichtig ist hier auch die Einrichtung weiterer potentieller Kontaktpersonen für den Alarmfall. Zudem lassen sich wichtige Einstellungen vornehmen, was Verzögerung der Komponenten oder das Verhalten der Sirene betrifft. Vollständig nutzbar ist die Anlage natürlich erst, wenn alle mitgelieferten Komponenten installiert und angemeldet sind. Bei allen Komponenten im Startpaket ist eine Registrierung an der Zentrale übrigens nicht erforderlich. Stattdessen sind die Sensoren schon angelernt. Bei zusätzlich erworbenen Meldern ist hingegen ein einmaliges Anmelden über die Learn-Taste der Zentrale erforderlich.
Dank der Vorinstallation und dem durchdachten Plug & Play System ist das Installieren ein Kinderspiel und auch für technisch weniger versierte Nutzer in kurzer Zeit erledigt. Wir brauchten tatsächlich nicht einmal die von Egardia ausgelobten 30 Minuten zur kompletten Installation aller Komponenten.  Technisch basiert das System auf dem Z-Wave-System. Dieses verbindet die Komponenten über Funk mit der Zentrale. In Europa kommt hierbei die Frequenz 868 MHz zum Einsatz, die sich als besonders robust und störsicher erwiesen hat. Die Komponenten selber sind Batteriegespeist und sollen laut Hersteller je nach Häufigkeit der Nutzung 2 bis 4 Jahre halten. Auf das System als solches gibt Egarida 4 wiederum Jahre Herstellergarantie.

Türsensor

Der enthaltene Öffnungsmelder wird sicherlich in der Regel der Absicherung der Wohnungstür genutzt. Natürlich kann genauso auch ein Fenster abgesichert werden. Im Inneren des Melders arbeitet hierbei ein Reed-Relais, welches bei Entfernung des Magneten als Kontaktgeber auslöst. Die Montage ist dabei selbsterklärend. Entweder werden die Einheiten mittels der mitgelieferten Schrauben angebracht oder mit Klebepads befestigt. Die Montage mittels Schrauben ist dabei immer die bessere Variante.
Natürlich möchte aber nicht jeder in seine Haustür bohren oder darf dies bei Mietwohnungen auch nicht. Dann kann auf die Klebepads zurückgegriffen werden, die ebenfalls für einen sehr sicheren Halt sorgen. Wichtig ist hierbei zuvor eine gründliche Reinigung der Montagefläche an der Tür. Insbesondere fettfrei muss die betreffende Stelle sein. Eine eingebaute LED signalisiert beim Öffnen und Schließen der Kontaktstelle die Auslösung des Sensors.

Bewegungsmelder

Die Infrarot-Bewegungsmelder werden am besten in einer Raumecke angebracht. Wenn Haustiere vorhanden sind, sollte der Sensor höher im Raum angebracht werden, um Fehlauslösungen zu vermeiden. Die Montage und Empfehlungen zum Aufstellort sind übrigens sehr ausführlich im mitgelieferten Handbuch beschrieben. Auch hier kann der Käufer entscheiden, ob der Sensor mit Klebepads oder Schrauben befestigt werden soll. Gerade bei unebenen Flächen empfiehlt sich hier eher die Schraubmethode, damit der Sensor sicher an der Wand hängt. Schließlich ist auch das Aufstellen beispielsweise auf einem höheren Schrank möglich. Soll der Sensor an die Wand geschraubt werden, ist ein vorheriges Öffnen erforderlich. Anschließend müssen Löcher an den vorgesehenen Stellen in das Gehäuse direkt mit der Schraube gestanzt werden. Das gestaltet sich einfach, da bereits Sollbruchstellen eingearbeitet sind. Hängt die Rückseite an der Wand, kann die Haupteinheit wieder aufgesetzt und angeschraubt werden. Praktischerweise hat Egardia auf den einzelnen Komponenten Aufkleber mit englischen Raumnamen angebracht. So können die Sensoren einfach im Webinterface zugeordnet werden. Natürlich ist dort auch eine spätere Umbenennung möglich. Auch am Bewegungsmelder signalisiert eine rote LED eine Auslösung.

Keypad und Fernbedienung

Zum schnellen und einfachen Schalten der Anlage liefert Egardia ein Keypad sowie eine Fernbedienung mit. Das Keypad kann wahlweise an einem geeigneten Ort im Haus oder (theoretisch) auch außen am Haus angebracht werden, sofern die Stelle trocken und witterungsgeschützt ist. Egardia selber empfiehlt nämlich ausschließlich die Innenmontage, da das Keypad nicht wassergeschützt ist. Wir raten auch aus einem anderern Grund zu einer Montage im Inneren, damit potentielle Einbrecher schon beim Betreten des Hauses den Verzögerungsalarm aktivieren. Anderenfalls wäre es möglich, durch Versuchen (oder gezielte Manipulation der Elektronik), die Anlage in Ruhe zu deaktivieren. Vielleicht sollte Egardia an dieser Stelle über eine Maximalzahl an Fehlversuchen nachdenken, welche dann ebenfalls einen Sabotagealarm auslöst. Momentan kann beliebig probiert werden, wie wir im Test herausfanden. Auch nach zwanzigmaliger Eingabe eines bewusst falschen Codes gab es keinen Alarm.
Praktischerweise kann für jeden Mitnutzer eine eigene PIN eingerichtet werden. Ein klarer Pluspunkt, denn so kann der Eigentümer eine Masterpin besitzen und wechselnden Besuchern oder Mitbewohnern jeweils eine individuelle PIN zuordnen, die später auch wieder deaktiviert werden kann. Über die numerische Tastatur kann die Anlage scharfgeschaltet und auch wieder deaktiviert werden.

Links: Das montierte Keypad im Test. Rechts: Im Dunkeln vermag die Hintergrundbeleuchtung das Pad nicht zu 100% vollständig auszuleuchten

Die Einrichtung der PIN erfolgt ebenfalls Online. Hier kann auch die Verzögerungszeit bis zur Aktivierung oder nach Betreten der Wohnung zur Deaktivierung der Anlage eingegeben werden. Das Pad kann wieder wahlweise geklebt oder festgeschraubt werden. Wie bei den Bewegungsmeldern ist bei Schraubmontage zunächst ein Öffnen des Pads erforderlich.

Zentrale

Diese Komponente hatten wir ja bereits zu Beginn unseres Tests aktiviert, die nur so eine Registrierung möglich war. Neben dem Anschließen des Netzwerkkabels und Einstecken des Netzteils muss noch ein kleiner Schalter umgestellt werden, um den eingebaute Pufferakku zu aktivieren. Wird dies versäumt, läuft im System schon eine erste Warnung auf. Die ebenfalls vorhandene USB-Buchse hat indes derzeit keine Funktion und dürfte Wartungszwecken vorbehalten sein. Das grüne Leuchten der beiden LEDs zeigt uns, dass das System einsatzbereit ist. Zeit also, noch eine letzte Konfiguration vorzunehmen und anschließend die ersten Alarmtests durchzuführen.

Im Betrieb

Nach der Installation aller Komponenten können noch beliebige Einstellungen im System vorgenommen werden. Beispielsweise kann die Verzögerungszeit beim Schärfen und Entschärfen der Anlage konfiguriert werden und diese bei einzelnen Komponenten auch ganz deaktiviert werden. Das macht beispielsweise bei den Bewegungsmeldern Sinn, die im Gegensatz zum Türöffner in der Regel sofort bei einer registrierten Bewegung Alarm schlagen sollen. Auch die akustische Rückmeldung beim Scharfschalten und Entschärfen lässt sich hier an und abschalten. Wir empfehlen aus Sicherheitsgründen, auf eine Signalisierung zum Entschärfen zu verzichten. Denn man muss einen potentiellen Einbrecher ja nicht noch auf den Aufstellort der Zentrale hinweisen.

Inhalt des Startersets von Egardia

Beim ersten Test wollten wir natürlich die Lautstärke der eingebauten Sirene prüfen. Also provozierten wir eine Auslösung durch den Panikalarm (Help-Taste auf der Fernbedienung). Umgehend sprang das System an und machte eine ohrenbetäubenden Lärm. Die Sirene war so laut, dass das Betreten des betreffenden Raumes tatsächlich schon körperliche Schmerzen verursachte. Deshalb schalteten wir für weitere Tests die Sirene sicherheitshalber ab. Parallel dazu kam binnen weniger Sekunden auch ein Warnanruf von Egardia auf die registrierte Mobilfunknummer mit dem Hinweis auf die Auslösung des Panikalarms. Mittels Fernbedienung konnten wir schließlich die Anlage wieder zur Ruhe bringen. Fazit des ersten Versuches: Der schrille Alarmton dürfte bei den meisten ungebetenen Gästen spätestens hier für einen panikartigen Rückzug sorgen, so wie es sich jeder Nutzer auch wünscht. Als nächstes testeten wir das Keypad. Hier ist ein Scharfschalten und Deaktivieren nur mit PIN möglich. Was beim Abschalten natürlich Sinn macht, erschließt sich uns auf den ersten Blick beim Scharfschalten nicht. Schließlich könnte des auch ohne PIN möglich sein, das geht schneller und komfortabler. Die Lösung: Einmal eignet sich das Pad dadurch auch zur Nutzung in öffentlichen Bereichen wie beispielsweise Mehrfamilienhäusern und Pensionen und die Eingabe ist auch ein Kinder- und Manipulationsschutz. Zudem lässt sich dadurch auch immer im Protokoll ermitteln, wer die Anlage scharf geschaltet hat. Auch hier reagierte das System zuverlässig und lies sich problemlos über das Pad steuern.

Verschiedene Szenarien

Im Auslieferungszustand reagieren alle Sensoren ohne Verzögerung auf eine Auslösung. Das macht natürlich beim Türöffner nur dann Sinn, wenn die Anlage entweder nur über die Fernbedienung gesteuert wird oder das Keypad außen angebracht ist. Ansonsten sollte mindestens die Tür mit einer Auslöseverzögerung versehen werden. Dies geschieht entweder durch manuelle Einrichtung im Online-System oder der Zuordnung eines Szenarios. Zur Wahl stehen wie beim alten System auch diese drei Varianten:

  1. „Schlafzimmer“ – Bei dieser Einstellung wird die betreffende Komponente scharf geschaltet und es findet keine Verzögerung bei der Auslösung statt. Diese Einstellung findet bei kompletter Abwesenheit Anwendung. Bei Teilweiser Aktivierung (symbolisiert durch das Männchen im kleinen Häuschen) wird die Komponente nicht aktiviert.
  2. „Halle/Eingang“ – Dies ist die richtige Wahl für Komponenten, die beim Betreten der Wohnung vor der Deaktivierung zwangsweise ausgelöst werden. Also beispielsweise unser Türkontakt. Die Komponente wird auch bei teilweiser Aktivierung scharf geschaltet, löst aber erst nach der eingestellten Verzögerungszeit aus.
  3. „Angepasst“ – Hier wird das Zubehör nach Wunsch aktiviert. Insgesamt gibt es sechs Einstellmöglichkeiten. Diese beziehen sich auf die generelle Aktivierung und die zeitverzögerte Auslösung. Der Nutzer kann hierbei die Komponenten am individuellsten einrichten.

Hat der Nutzer einmal das System verstanden, ist die Einrichtung ein Kinderspiel. Kurze Informationstexte unter den Einstellungen helfen hier aber auch ein gutes Stück weiter und der Rest ist einfach Ausprobieren. Hier ist es von Vorteil, dass eben kein wirklicher Wachschutz hinter dem System steht und im Zweifelsfall alarmiert würde. Um das Stresslevel gering zu halten, sollte aber während des Tests die Sirene abgeschaltet bleiben.

Aktivieren/Deaktivieren

Zur täglichen Nutzung des Alarmsystems liefert Egardia gleich verschiedene Möglichkeiten mit. So kann wahlweise das Keypad oder die Schlüsselfernbedienung verwendet werden. Zusätzlich ist auch ein Eingreifen über das Online-Portal oder eine kostenlos erhältliche App möglich. Die beiden letzten Varianten sind vor allem dann sinnvoll, wenn sich der Benutzer unterwegs befindet und das System aus der Ferne steuern möchte. Schließlich lässt sich die Anlage auch noch weltweit per SMS an- und abschalten. Hierzu reicht einfach das Senden einer SMS mit AN oder AUS und ID der Alarmanlage an die SMS-Nummer, die der Anlage zugeordnet wurde. Diese lässt sich im Onlineportal abrufen. Egardia unterscheidet übrigens zwischen verschiedenen Alarmsituationen. Die einzelnen Sensoren lassen sich dort auch individuell konfigurieren, sofern die Einstellung auf „Angepasst“ steht:

  1. Außer Haus: Dies ist die Situation, wenn alle Bewohner das Haus oder die Wohnung verlassen haben. In der Regel sind hier alle Sensoren aktiv, einige je nach Einstellung mit Verzögerung.
  2. Im Haus: Einstellung beispielsweise zur Teilüberwachung in der Nacht, wenn die Bewohner im Haus sind. Einige Sensoren (z.b. Bewegungssensoren, bestimmte Fenstersensoren) sind hier abgeschaltet, andere jedoch reagieren im Alarmfall.
  3. SOS-Funktion: Sofortige Alarmauslösung (Paniktaste) im Ernstfall.
  4. System deaktiviert: Nur Sicherheitssensoren (Rauchmelder, Kohlenmonoxidmelder, Glasbruchssensor o.ä.) reagieren noch.

Die verschiedenen Modi lassen sich über alle Fernsteuerungen bedienen.

Bildquellen:

  • mde: © Mike Bauerfeind/Auerbach Verlag
  • mde: © Mike Bauerfeind/Auerbach Verlag
  • Relax-Home-Woman2: © Egardia B. V.