
Rund 30 Millionen Mal im Jahr klingelt es bei Feuerwehr und Polizei in Deutschland. Wenn jede Sekunde zählt, muss die Technik reibungslos funktionieren.
Pünktlich zum europaweiten „Tag des Notrufs“ am 11. Februar gibt es eine gute Nachricht für alle Smartphone- und Auto-Besitzer: Drei wichtige, neue Funktionen gehen an den Start – und ein extrem nerviges Handy-Problem wurde endlich gelöst.
Der „Hosentaschen-Notruf“ hat endlich ein Ende
Es war ein Albtraum für die Leitstellen: Bis zu 30 Prozent aller eingehenden Notrufe waren vor zwei Jahren schlichtweg Fehlalarme. Der Grund? Smartphones – insbesondere nach einem bestimmten Android-Update – wählten bei Erschütterungen in der Hosentasche völlig automatisch die 112. Das blockierte lebensrettende Leitungen.
Damit ist jetzt Schluss. Aktuelle Daten von Vodafone zeigen: Der Anteil der versehentlichen Notrufe ist auf unter 5 Prozent gesunken. Warum das Problem jetzt gelöst ist:
- Bessere Software: Neue System-Updates verhindern das schnelle, unabsichtliche Auslösen.
- Sperrfunktionen: Nutzer verwenden häufiger smarte Displaysperren.
- Schutzhüllen: Book-Cover und Cases decken das Display besser ab und stoppen den Touchscreen.
Die „110“ weiß ab sofort automatisch, wo du bist
Wenn man in Panik die Polizei ruft, fällt es oft schwer, den genauen Standort durchzugeben. Genau hier hilft die Technologie AML (Advanced Mobile Location).
Bisher funktionierte das System nur beim Rettungsdienst (112). Dabei übermittelt das Smartphone im Hintergrund automatisch und metergenau die GPS-Koordinaten an die Leitstelle. Jetzt wird das lebensrettende Feature schrittweise auch für den Polizeiruf 110 freigeschaltet.
Mindestens 13 Bundesländer (darunter NRW, Bayern, Berlin und Hessen) haben die rechtlichen Voraussetzungen dafür bereits geschaffen oder testen das System schon. Das bedeutet: Auch bei Überfällen, Einbrüchen oder schweren Unfällen ist die Polizei in Zukunft deutlich schneller am richtigen Ort.
„Next Generation eCall“: Das ändert sich für Autofahrer
Wer einen Neuwagen fährt, hat ihn bereits an Bord: den automatischen eCall, der bei einem Unfall selbstständig Hilfe holt. Ende Januar 2026 haben die deutschen Netzbetreiber (Vodafone, Telekom, O2) nun still und heimlich den „Next Generation Emergency Call“ (NG eCall) aktiviert.
Das kann das neue System:
- Viel schneller: Die Verbindung läuft nicht mehr über veraltete Netze, sondern über das schnelle 4G- (LTE) und künftig 5G-Netz.
- Mehr Daten für Retter: Standort- und Fahrzeugdaten sind in Bruchteilen von Sekunden bei der Leitstelle.
- Zukunftsmusik: Künftig könnten sogar (mit Zustimmung der Insassen) medizinische Daten oder Live-Bilder aus Auto-Kameras direkt an die Retter übertragen werden.
Für neue Fahrzeugmodelle ist dieses System in Europa ab Januar 2026 Pflicht, ab Januar 2027 muss es in jedem Neufahrzeug verbaut sein.
Bildquellen:
- Notruf-Mobilfunk 112: Auerbach Verlag, Ki generiert












